Zur Herstellung

Herstellung von rahmengenähten Schuhen

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Hier haben wir für Sie die wichtigsten Arbeitsschritte bei der Herstellung eines rahmengenähten Herrenschuhes dokumentiert. Schauen Sie unserem Schuhmachermeister über die Schulter und sehen Sie, wie viel Arbeit in einem einzigen handgemachten Schuh steckt. Natürlich konnten wir nicht alle der über 200 Schritte dokumentieren, aber wir hoffen, dass Sie trotzdem einen guten Einblick erhalten werden.

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Aufbau eines rahmengenähten Schuhes

Aufbau rahmengenähter Schuh

Bevor wir Ihnen die Herstellung eines rahmengenähten Herrenschuhes zeigen, hier kurz ein Überblick über den Aufbau des Schuhs. Damit wollen wir für Sie die wichtigsten Begriffe erläutern. Sehen Sie auch unsere Video-Reihe dazu und lernen Sie alles über den Aufbau eines rahmengenähten Herrenschuhs.

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Übertragen der Modellschablone

Modellschablone rahmengenähter Schuh

Nachdem die Designer die Schablonen im Leisten entworfen und abgenommen haben, wird im Zuschnitt die Form auf das Leder übertragen. Gerade bei strukturierten Lederarten wird schon hier die Qualität des späteren Schuhs stark beeinflusst. Je nachdem, wo und wie die Schablone angelegt wird, wird der Verschnitt optimiert, aber auch Maserung und Struktur des Leders auf dem Schuh festgelegt.

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Zuschneiden des Oberleders

tl_files/Produkte/93_0.jpgBeim Zuschneiden des Oberleders wird je nach Material entweder mit dem Zuschneidemesser oder mit einer Schere gearbeitet. Dieser Arbeitsschritt erfordert vor allem bei teuren Ledersorten höchste Präzision und Genauigkeit. So sind zum Beispiel beim Boxcalf-Leder nur wenige Stellen für den Zuschnitt der Vorderkappen geeignet. Hier kann sehr schnell viel Geld durch Verschnitt verloren gehen.

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Ausschärfen der Lederkanten

Massschuh-Ausschärfen LederkanteEin wichtiger Schritt bei der Vorbereitung des Schaftsteppens ist das Ausschärfen der Lederkanten (manchmal auch als "Verjüngen" bezeichnet). Das ist deshalb notwendig, weil an manchen Stellen des Obermaterials zwei Lederschichten übereinander liegen. Ohne das Ausschärfen würde das Leder hier doppelt übereinander liegen und einen ungewollten "Wulst" bilden.

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Ausstanzen der Lochmuster

tl_files/Produkte/95_0.jpgDas Ausstanzen der Lochmuster ist ein aufwändiger Vorgang, da jedes der - teileweise hunderte - Löcher einzeln per Hand ausgeschlagen wird. Beim sogenannten "Brogueing" wird das Stanzmesser gemäß dem Design des Schuhs auf den Lederstücken angesetzt und dann mit einem kurzen Hammerschlag das Loch ausgestanzt.  

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Verkleben der Schaftteile

tl_files/Produkte/92_0.jpgVor dem Vernähen der Schaftteile werden die einzelnen Elemente sorgfältig mit einer speziellen Gummilösung bestrichen und miteinander verklebt. Auf diese Weise stellt der Schuhmacher sicher, dass die Naht später auch wirklich perfekt sitzt und beim Absteppen der Naht keine der verwendeten Bestandteile verrutschen kann.

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Steppen der Schaftteile

tl_files/Produkte/97_0.jpgDas Vernähen der Schaftteile, das sogenannte Steppen verbindet die einzelnen Lederteile des Schaftes miteinander. Dies ist einer der wenigen Vorgänge, bei denen auch wir mit Maschinen arbeiten. Im Gegensatz zur Produktion in einer Schuhfabrik wird aber auch hier jede Naht per Hand geführt. Viele der Nähte werden in mehreren Reihen gesetzt, um die Stabilität zu erhöhen.

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Aufsetzen auf den Leisten

tl_files/Produkte/98_0.jpgBei Aufsetzen wird der vorgefertigte Leisten mit den vernähten Schaftteilen überzogen. Diese Arbeit dient der Vorbereitung des Zwickens, bei dem die Schaftteile befestigt werden. Das Oberteil des Schuhs nimmt bei diesem Vorgang perfekt die Form des Leisten an. Das erklärt auch, warum Sie für verschieden geformte Schuhmodelle verschiedene Leisten benötigen.

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Das Zwicken

tl_files/Produkte/99_0.jpg Bei Zwicken wird mit der sogenannten Falzzange das Oberleder über den Leisten gezogen. Gleichzeitig wird die flache Seite der Zange dazu verwendet, um die Nägel in den Leisten einzuschlagen und um damit das Leder zu fixieren. Der Vorgang erfordert Kraft und Geschick, weil das Leder gedehnt werden muss, um die Falten zu beseitigen.

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Aufnähen des Rahmens

tl_files/Produkte/100_0.jpg Dieser Arbeitsschritt ist gleichzeitig der Nahmensgeber für diese Art der Handarbeit. Der Schumacher beginnt mit dem Aufsetzen des Rahmens am Absatz und arbeitet sich Stich für Stich um den Schuh herum. Dabei wird dann die Brandsohle mit dem Oberleder vernäht, so dass auch die Nägel entfernt werden können. Zum Vernähen wird ein Faden aus mit Pech getränktem Hanf verwendet..

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Verknoten der Fadenenden

tl_files/Produkte/101_0.jpg Wenn der Rahmen genäht ist, werden die Enden am Absatz quervernäht und verknotet. Auch dabei werden die Fäden mit großer Kraftanstrengung festgezogen, damit die Naht sich später nicht mehr lockern kann. Gleichzeitig kann diese Querverbindung auch der Gelenkfeder später zusätzlichen Halt geben.

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Zurechtschneiden Schaft und Rahmen

tl_files/Produkte/102_0.jpg Jetzt kann der Schuhmacher den überflüssigen Teil des Oberleders und Rahmens abschneiden. Hier darf nicht zu nahe an der Naht geschnitten werden, da sonst die Haltbarkeit des Schuhs leiden könnte. Was leicht aussieht, erfordert einen großen Kraftaufwand und eine scharfe Klinge, die während der Anfertigung ständig nachgeschärft werden muss.

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Glattstreichen des Rahmens

tl_files/Produkte/103_0.jpg Im nächsten Schritt wird die Oberfläche des Rahmens sorgfältig geglättet. Das Leder des Rahmens wurde in den vorherigen Schritten natürlich durch Hammer und die Falzzange eingedrückt. Dabei wird der Rahmen traditionell mit dem sogenannten Knochenmesser immer wieder mit hohem Druck glattgestrichen, bis sämtliche Spuren beseitigt sind.

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Anfertigung des Keders

tl_files/Produkte/104_0.jpg Der Schumacher fertigt jetzt einen sogenannten Keder an. Im vorderen Bereich wurden durch den Rahmen einige Millimeter Material aufgetragen, die nun ab Absatz fehlen, da der Rahmen diesen nicht einschließt. Der Keder dient jetzt also vor allem dem Ausgleich dieses Höhenunterschiedes. Dabei schneidet der Schuhmacher aus Leder sorgfältig die Form des Absatzes nach.

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Anpassen des Keders

tl_files/Produkte/106_0.jpg Nachdem der Keder aufgenagelt wurde, schneidet der Schuhmachermeister das Leder auf die Kontur des Schuhs zurecht. Auch das sieht hier sehr einfach aus, erfordert aber Fingerspitzengefühl, Kraft und ein sorgfältig geschärftes Messer. Falls der Schnitt hier ungenau erfolgt, muss der komplette Schuh erneut angefertigt werden.

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Aufsetzen des Keders

tl_files/Produkte/96_0.jpg Im nächsten Arbeitsschritt wird der Keder auf den Leisten aufgesetzt. Dieser wird nun auf den Schuh aufgenagelt. Traditionell erfolgt dies durch kleine Holzstifte aus Buche oder Kiefer, hier spricht man dann von holzgenagelten Schuhen. Die Nägel des Keders verbinden die Brandsohle mit den Bestandteilen des Oberleders.

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Anpassen des Keders

tl_files/Produkte/106_0.jpg Nachdem der Keder aufgenagelt wurde, schneidet der Schuhmachermeister das Leder auf die Kontur des Schuhs zurecht. Auch das sieht hier sehr einfach aus, erfordert aber Fingerspitzengefühl, Kraft und ein sorgfältig geschärftes Messer. Falls der Schnitt hier ungenau erfolgt, muss der komplette Schuh erneut angefertigt werden.

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Einsetzen der Gelenkfeder

tl_files/Produkte/107_0.jpg Der fertige Schuh darf sich nicht auf der gesamten Länge biegen. Bei rahmengenähten Maßschuhen wird dafür in den durch den Rahmen und den Keder gebildeten Hohlraum die sogenannte Gelenkfeder eingesetzt. Sie sorgt dafür, dass sich beim Abrollen des Schuhs nur der Ballen biegt, der Rest der Sohle und der Absatz bleiben hingegen stabil.

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Auffüllen der Hohlräume

tl_files/Produkte/108_0.jpg Nachdem die Gelenkfeder eingesetzt ist, werden die Hohlräume mit Leder und Kork aufgefüllt. Leder ist stabil, Kork verformt sich und passt sich dadurch dem Fuß perfekt an. Es ist wichtig, dass alle Hohlräume geschlossen sind, ansonsten würde sich die Brandsohle ungewünscht verformen.

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Verdichten der Sohle

tl_files/Produkte/109_0.jpg Nachdem alle Hohlräume aufgefüllt wurden, wird die eigentliche Ledersohle aufgesetzt. Es kann entweder die Laufsohle direkt aufgesetzt werden, oder bei einigen Modellen mit dickerer Sohle, kann noch eine dünnere Zwischensohle eingesetzt werden. Die Sohle wird vor dem Vernähen mit einem speziellen Kleber verleimt.

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Grobzuschnitt der Laufsohle

tl_files/Produkte/110_0.jpg Bevor der Schuhmacher mit dem Vernähen beginnt, schneidet er die Grobform der Sohle zu. Dabei ist es vor allem wichtig, dass beide Schuhe perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das Zuschneiden erfolgt mit einem extrem scharfen Messer, so dass der Schnitt zügig und gleichmässig erfolgen kann.

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Vorzeichnen des Sohlenrisses

tl_files/Produkte/111_0.jpg Im nächsten Arbeitsschritt zeichnet der Schuhmacher den Riss vor. Hier entsteht später der "Spalt", in dem die Naht versenkt wird. Der Riss muss genau an der richtigen Stelle sitzen, nicht zu weit vom Oberleder entfernt, da sonst der Sohlenüberstand zu groß wird, aber auch gleichzeitig nicht zu nahe, da sonst ein Vernähen nicht mehr möglich ist.

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Einschneiden des Sohlenrisses

tl_files/Produkte/112_0.jpg Als nächstes schneidet der Schuhmachermeister den Riss ein. Der Riss muss tief genug sein, um den Faden vollständig aufnehmen zu können, gleichzeitig darf er aber auf keinen Fall zu tief sein, um die Stabilität der Sohle nicht zu gefährden. Auch die Breite des Spaltes sollte nicht weiter als der Faden sein, so dass der Faden nach dem Vernähen den Spalt komplett ausfüllen den kann.

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Ausschaben des Sohlenrisses

tl_files/Produkte/113_0.jpg Wenn der Riss fertig gestellt ist, wird er mit dem sogenannten Schnapper ausgeschabt. Dadurch wird der der Riss zu einer gleichmäßigen Rille vertieft und gleichzeitig geglättet. Dieser Spalt sollte später mit dem Hanffaden aufgefüllt werden.

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Vernähen der Laufsohle

tl_files/Produkte/105_0.jpg Nun wird die Laufsohle mit dem Rahmen vernäht. Dabei durchsticht der Schuhmacher den Rahmen und die Laufsohle. Auch dieser Schritt erfordert Kraft und Präzision, weil die Ahle so durch das Leder gestochen werden muss, dass sie genau im Riss der Laufsohle herauskommt. Vernäht wird wieder mit einem Hanffaden, der vorher in Pech getränkt wurde.

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